Impressum
de
en

Insight Blog

Wie kann die innere Motivation der Kunden, ihr Auto regelmäßig aufzuladen, aktiviert werden? Mobilität als Exportware Was den Deutschen ihre Daten wert sind und wem sie sie anvertrauen Prof. Dr. Andreas Herrmann unter den einflussreichsten Wirtschaftswissenschaftlern im «Ökonomen-Einfluss-Ranking 2020» „Master in Management“ erneut 1. Rang im Financial Times Ranking! Neue Podcast-Serie „New Mobility Planet“ mit Andreas Herrmann & Björn Bender (SBB) Verkehr & Smart Mobility: Andreas Herrmann als Experte bei „Tagesspiegel Background“ Starke ICI Präsenz bei den Konferenzen 2020 ACR und AOM Wenn sich Produkte selbstständig machen – Handlungsempfehlungen zur Adoption Robo-Shuttles können Lösung für Mobilitätsdilemma vieler Städte sein Tunnels in der Schweiz – Klimasünde? Das System Auto: Deutschland und die Neuerfindung der Mobilität Swiss Influencer Marketing Report 2020 Wie man Schocks, Überraschungen und Pandemien voraussagt? Führung in unsicheren Zeiten Podcast über „Mobility-as-a-Service“ Autonome Fahrzeuge – eine Lösung für die heutige Verkehrsbelastung? Die Produktion der Konsumgesellschaft Modi-Covid19: Bio-ökonomische und -politische Simulation Wie verändern «Autonome Shopping Systeme» die Zukunft des Einkaufens? Kein Grübeln und Aufschieberitis mehr – so führen Sie sich selbst von Intention zu Aktion! Wie sieht der globale Markt für Elektrofahrzeuge im Jahr 2035 aus und wird er nachhaltig sein? Forbes: „Eines lieben Menschen noch mehr als Geld gewinnen: es nicht zu verlieren!“ Erfolgreich auf dem Weg der digitalen Transformation: Die agile und kundenorientierte Softwareentwicklung Weniger Staus dank weniger Autos Wie smart ist die Schweiz? “Opinion Leaders & Branding” – die Rolle und Bedeutung von Meinungsführern für Brands Einmal wieder…Universität St. Gallen Platz 4 im Financial Times Ranking! Innovation für die Transformation – Herausforderungen der Gleichzeitigkeit in der Automobilindustrie The Digital Behavior Change Journey – Wie funktioniert die digitale organisatorische Transformation? Zukunft braucht Herkunft: Transformationsstrategien in der Autoindustrie Being One in a Million – der Wert von Einzigartigkeit bei Mass-Customized Produkten Bahnfahren mit Nebenkosten Deutsche Telekom: Vom Staatskonzern zum magentafarbenen Erlebnis Was sind die wahren CO2-Schleudern unter den Verkehrsmitteln? Der gläserne Konsument in Zeiten von Smart Products Wie wollen wir in 10 Jahren leben? Worauf kommt es wirklich an auf dem Weg zum autonomen Fahren? Prof. Dr. Andreas Herrmann wird Visiting Professor@LSE Forschung: MAKE IT HAPPEN – Klarheit und Umsetzungsfähigkeit in Zeiten unbegrenzter Möglichkeiten Publikation: Diese 7 Technologien verändern das Marketing – Was Marketeers wissen müssen, um auch in Zukunft erfolgreich zu sein Forschung: Wie Sprache uns (ver)führt – Der subtile Einfluss von Konsumvokabular auf die Kommunikation über Produkte in Online-Diskussionsforen

Was den Deutschen ihre Daten wert sind und wem sie sie anvertrauen

Was den Deutschen ihre Daten wert sind und wem sie sie anvertrauen – Die Debatte um Datensicherheit ist aktueller denn je. Der Vorsatz von Verbrauchern, ihre Daten zu schützen und zu kontrollieren und ihr tatsächliches Verhalten gehen dabei jedoch oft weit auseinander. Nun zeigt eine Studie, dass die meisten Verbraucher und Verbraucherinnen selbst für geringe Beträge bereit wären, auf Datensicherheit zu verzichten. Die aktuelle Studie „Kundenvertrauen bei disruptiven Technologien“ von TÜV Rheinland und dem Institut für Customer Insight untersucht dieses sog. Privatsphären-Paradoxon“ genauer und bringt dabei in Erfahrung, was den Deutschen ihre Daten wert sind und mit wem sie sie bereit wären zu teilen. Die WELT am Sonntag und die Automobilwoche berichten über die Ergebnisse. 
            
          

Eigentlich räumen die Deutschen dem Datenschutz eine hohe Priorität ein.
Auf einer Skala von eins bis sieben geben die Deutschen dem Schutz personenrelevanter Daten einen Wert von 6.17, so lautet es in der Studie, die TÜV Rheinland gemeinsam mit dem Institut für Customer Insight durchgeführt hat. Jedoch wissen Konsumentinnen und Konsumenten mittlerweile, dass ihre Daten auch etwas wert sind. Der überraschend freizügige Umgang mit persönlichen Angaben wird an den folgenden Ergebnissen der Studie deutlich: Für nur 150 Euro im Jahr würden zwei Drittel der Befragten ihre Verbindungsdaten teilen. 300 Euro ist für jeden Zweiten der Preis für den eigenen Terminkalender. Für 400 Euro verkaufen die Hälfte der Probanden medizinische Informationen und Gesundheitsdaten und mehr als 70 Prozent der Befragten auch eine Liste und die Zugriffszahlen und -zeiten aller genutzten Apps. Der Preis für die eigenen Nachrichten und Chats wiederum liegt bei 1,000 Euro im Jahr. Am sensibelsten sind die Studienteilnehmer, wenn es um ihre Passwörter und Log-in-Daten geht. Aber für 3,500 Euro würde ein Drittel der Studienteilnehmerinnen und -teilnehmer selbst diese verkaufen.
            
Andreas Herrmann sieht Gründe für die grosszügige Datenweitergabe vor allem in der Bequemlichkeit der Verbraucher.
„Im Alltag sind die meisten zu träge, machen daher ohne nachzudenken vielfach weitreichende Zugeständnisse und verschenken damit ihre Daten“, sagt ICI-Direktor Herrmann gegenüber der WELT. Gemeint sind hierbei etwa die intensiven Nutzer smarter Geräte wie Handys, Sprachassistenten und Fitness-Tracker oder auch diejenigen, die eine flächendeckende Cookie-Erlaubnis im Internet geben. „Datenschutzerklärungen zu lesen ist mühsam und kostet Zeit. Also wird eine schnelle Kosten-Nutzen-Abwägung gemacht und in den meisten Fällen der Datenschutz dann doch als nachrangig eingeschätzt“, so Andreas Hermann in der WELT.
            
Wieso ist dieses Thema für den TÜV von Relevanz?
Der TÜV Rheinland bringt sich nun als sogenannter Datentreuhänder in die Diskussion ein – vor allem beim Thema Mobilität. Moderne Autos erfassen mittlerweile genau wie andere smarte Produkte eine Vielzahl von Daten, die potenziell interessant für beispielsweise den Hersteller sein könnten, argumentiert Matthias Schubert, der bei TÜV Rheinland für das weltweite Mobilitätsgeschäft verantwortlich ist. Vor allem dann, wenn Mobilität autonomer werde, fallen grosse Datenmengen an. „Wir können diese Daten sammeln, verwahren, anonymisieren und allein gemäß der Wünsche und Einwilligungen der Konsumenten weiterleiten“, erklärt Schubert. Diese Rolle als Datentreuhänder würden die Autofahrer dem TÜV Rheinland offenbar zusprechen, denn die Studie zeigt, dass Probanden einer unabhängigen dritten Partei großes Vertrauen schenken. Auch wenn diese Rolle beispielsweise ebenso ein Telekommunikationsunternehmen oder der Staat einnehmen könnte, erhält der TÜV in der Umfrage die grösste Zustimmung. „Der TÜV ist zwar keine sogenannte Love-Brand wie zum Beispiel Apple. Aber er ist eine Institution mit enorm hoher Glaubwürdigkeit“, leitet Herrmann aus den Befragungen ab. 
    
Womit steht und fällt das Vertrauen der Deutschen beim Thema Datenschutz in Fahrzeugen?
Ein weiterer Artikel in der Automobilwoche bezieht sich am Freitag, 02. Oktober 2020 konkret auf diese Frage. Dabei wird ein zentraler Aspekt der Kooperations-Studie zwischen dem TÜV Rheinland und dem Institut für Customer Insight aufgegriffen: die Intention des Datenverwalters, wozu er die Daten nutzen möchte. „Immer dann, wenn es ein vordergründiges wirtschaftliches Interesse bei einem Datenverwalter gibt, ist das Vertrauen der Verbraucher an diesen Verwalter gering“, fasst Matthias Schubert, globaler Mobility-Vorstand des TÜV Rheinland, die Kernaussage der Studie zusammen. Dies liefert einen Erklärungsansatz, warum Befragte ihre Daten lieber mit einem Datentreuhänder wie dem TÜV als mit dem Hersteller teilen möchten. Wenn das digitale Auto in jeder Sekunde enorme Datenmengen erzeugt, auf die viele Beteiligte mit höchstem Interesse blicken, dann sehen Verbraucherinnen und Verbraucher eine unabhängige dritte Partei als Datentreuhänder am verlässlichsten an. 
    
Ein wichtiges Argument im Ringen um die Daten der Verbraucherinnen und Verbraucher ist also Glaubwürdigkeit.
„Ein Treuhändermodell bietet denjenigen, die mit den Daten bedarfsgerechte Services entwickeln und anbieten wollen, mehr Möglichkeiten und eine bessere Grundlage für ihr Geschäft“, schlussfolgert Andreas Herrmann. Auf diese Forschungsergebnisse stützt sich der TÜV Rheinland bei seiner zukünftigen Positionierung. „Wir wollen Verbraucherschützer in der digitalen Welt werden“, formuliert der TÜV seine Vision. „Die Verbraucher setzen beim Datenschutz auf einen Datentreuhänder,dem sie vertrauen können. Die Prüforganisationen sind dafür prädestiniert“, so Schubert.

Die Studie wurde zwischen September 2019 und März 2020 mit 500 Verbrauchern auf Basis von Umfragen, Laborexperimenten und Interviews von Cynthia Sokoll vom Institut für Customer Insight und Andreas Herrmann in Kooperation mit TÜV Rheinland durchgeführt.

Referenzen

Für Geld würden viele Deutsche sogar ihre Passwörter verkaufen
in: WELT am Sonntag (04.10.2020)
(Carsten Dierig)

EXKLUSIV – TÜV Rheinland fordert Daten-Treuhänderschaft:
Wenig Vertrauen in Autobauer beim Datenschutz

in: Automobilwoche (02.10.2020)
(Michael Knauer)